Heute will ich Euch nur kurz einen Einblick in die Potentiale des Asienimports geben. Der Dollarkurs ist mittlerweile auf einem Niveau, auf dem sich zwar immer noch Deals finden lassen, als Importeur erlebt man aber keine Hochzeiten mehr wie letztes Jahr im Sommer.
Die meisten von Euch wissen, dass ich vor kurzem eine Weile in China gelebt habe. Ich möchte Euch kurz ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten.
Im ganz normalen Laden kosten die Dinge schon nur einen Bruchteil des Preises in Deutschland. Es gibt zum Beispiel kein Kleidungsstück, für das man mehr als 10 Euro bezahlen muss.
Das wirklich Interessante sind allerdings die Produktionspreise. In den Pekinger Einkaufszentren kann man selbst nach einer halben Stunde harter Verhandlung noch keinen wirklich guten Preis bekommen als Ausländer. Für unsere Verhältnisse sind die Preise schon lächerlich, aber von Produktion bis Verkauf liegt bei T-shirts oder Pullovern noch eine Marge von mehreren Hundert Prozent zwischen Kosten und Preisen.
Die Produktionspreise liegen also nochmal weit unter den Ladenpreise. Zwei Beispiele:
- Der Produktionspreis für ein T-Shirt inklusive Druck (wie zum Beispiel bei uns von Marken wie Diesel, Levi´s oder Jack and Jones angeboten) liegt bei 0,50 bis 0,70 €. Und für diese Preise bekommt Ihr schon anständige Qualität.
- Eine Jeanshose gibt es im Schnitt für etwa 2 €.
Wahrscheinlich seht Ihr selber, welche großen Potentiale hier noch liegen. Meiner Erfahrung nach gibt es einen Hauptgrund, warum kleinere Händler nicht aus China importieren:
Sie haben Angst, über den Tisch gezogen zu werden und letztendlich schlechte oder gar keine Ware zu bekommen.
Die Sorge ist auch berechtigt. Es gibt viele Hong Kong Limiteds, die nichts anderes machen als Plagiate zu verkaufen und Leute zu betrügen.
Ein Freund von mir (aus Frankreich, lebt aber in Peking) baut sich gerade ein kleines Handelsunternehemen in Peking auf. Er organisiert die Produktion oder den Kauf von Produkten zu den besten Preisen und in guter Qualität. Er kennt die Firmen und Händler persönlich und kann so garantieren, nur gute Ware zu bekommen.
Wenn jemand von Euch Interesse hat am Asienimport, schreibt mir eine E-Mail. Ich kann Euch dann gerne den Kontakt vermitteln.
Außerdem interessiert mich eure Einstellung zum Chinaimport. Habt Ihr Erfahrungen damit oder was hat Euch bisher davon abgehalten in China einzukaufen?

15 responses so far ↓
1 Kai // Apr 13, 2009 at 22:46
Was mich interessieren würde sind die Risiken wenn man nach Europa/Deutschland Importiert.
Nach PHG etc ist man ja dann auch Haftbar, da der Vorhändler/Produzent außerhalb der EU/EG sitzt.
Welche Dinge muss man bei Textilien beachten. Müssen diese “zertifiziert” werden? CE usw?
Grüße
Kai
2 Importblog // Apr 14, 2009 at 01:21
Hi Kai,
richtig, nach ProdHaftG haftet der Hersteller oder der Importeur in die EU, wenn zum Beispiel der Fernseher explodiert.
Ich bin aber kein Jurist und kann zu diesen Themen hier leider keine Auskunft geben.
Liebe Grüße
Bastian
3 Manuel Merz // Apr 14, 2009 at 20:17
Hatte vor kurzem Kontakt zu Chinesen via Alibaba.com, jedoch bin ich bisher nicht mehr kontaktiert worden. Ich meld mich mal in deinem Forum
4 Marcus // Apr 15, 2009 at 10:17
Mich wundert, dass Dein Freund in Peking aufziehen möchte. Warum nicht von Hong Kong aus?
Produkthaftung, Prüfzeichen … sind essentiel. Da gibt es dann wieder eigene Qualitätsagenturen, die nichts anderes machen, als eben eine vereinbarte Produktspezifikation vor Ort zu garantieren.
Würde sowas daher nur mit einem gescheiten Unternehmensmantel (Ltd., GmbH …) machen.
5 Importblog // Apr 15, 2009 at 11:37
Hey Marcus,
naja, er zieht das Ganze von Peking aus auf, weil er in Peking wohnt und nicht in Hong Kong.
Du hast Recht ProdHaft etc. sind wichtig und sollten nicht vernachlässigt werden. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass mir Chancen und Möglichkeiten immer wichtiger sind als die möglichen Risiken.
Sie müssen beachtet werden, allerdings ist es erstmal wichtig, etwas zu finden, mit dem man eine Menge Geld verdienen kann. Wenn man das weiß, kann man sich um die Risiken und Haken kümmern und sie ausmerzen.
Er hat eine Liomited gegründet. Mit einem Freund bietet er auch Beratungen an für Unternehmen, die nach china kommen.
LG
Bastian
6 Jan Bayer // Apr 17, 2009 at 14:03
klingt sehr interessant.
könnte ich bitte die email-adresse von dem Bekannten bekommen?
danke.
Gruss jan bayer
7 Manuel Merz // Apr 21, 2009 at 11:45
Hat dich meine Email jemals erreicht?
8 Importblog // Apr 21, 2009 at 12:02
Ja, Manuel, Deine und alle anderen auch. (unter anderem heute eine charmente E-Mail mit dem Betreff “Weihnachtsdgeschenk von uns” von einer gewissen Paris Kater)
Gebt mir noch einen oder zwei Tage. Morgen ist Abgabetermin für meine Bachelorarbeit. Danach kümmere ich mich darum!
Liebe Grüße
Bastian
9 Manuel Merz // Apr 21, 2009 at 22:40
Achso ja kein Stress hatte nur ADSL Probleme die letzten Tage und von daher nicht sicher ob die Mail wirklich sauber raus ging
Viel Glück bei deiner Arbeite
10 Jan // Apr 22, 2009 at 22:23
Naja, dass im Import hohe Margen drin sind, wissen Conrad, Otto, Tchibo oder Lidl schon seit langem.
Das Problem liegt wie immer in Detail: man kann zwar den Kram billig einkaufen (weil es auch meist nicht mehr wert ist), aber beim Verkauf z.B. über eBay erhält man ebenso wenig dafür.
Erst wenn man Branding betreibt und eine Marke daraus macht, kann man damit Geld verdienen. Und das erfordert so viel Investitionen, Mühe und Knowhow, die ich dem Blogbetreiber nach all seinen bisherigen “Erkenntnissen” nicht zutraue.
11 Importblog // Apr 23, 2009 at 05:36
Hey Jan,
dass wissen die großen Konzerne sogar schon seit Jahrzehnten. Genauso wie sie sie Potenziale des Outsourcings schon lange erkannt haben.
Und durch Branding kannst Du Dich zwar super vom Wettbewerb differenzieren, allerdings kannst Du satandardisierte Güter auch ohne Markenbewusstsein verkaufen. Guck einfach mal bei wie vielen Artikeln, di Du täglich kaufst, die Marke eine Rolle spielt.
Du hast Recht, dass es schwierig sein kann, bei eBay unbekannte Artikel zu verkaufen, weil sie einfach niemand kennt. Der Schlüssel jedes erfolgreichen Geschäfts ist es aber, sich ein Vertriebsnetz aufzubauen.
Dabei muss man sich gar nicht auf das Internet beschränken. Es gibt gengend Händler, die einfach keine Ahnung von globalem Handel haben und deswegen geringere Margen in Kauf nehmen. Jedes Geschäft funktioniert natürlich nur auf der Basis, dass beide proditieren.
Und wenn Du noch Tipps und eigene Erfahrungen zu dem Thema hast, lerne ich jederzeit gerne dazu.
Ich mag es nur nicht, wenn Menschen Deinge kritisieren und ablehnen, ohne selbst eine bessere Alternative vorzustellen.
Liebe Grüße
Bastian
12 Frank // Apr 23, 2009 at 13:03
Hey Jan,
Bastian hat ja schon ziemlich genau meine Ansicht von “Branding” und “das Andere das ja auch schon machen” gesagt.
Ich empfehle Dir das Buch “Kopf schlägt Kapital” von Prof. Faltin.
Habe mich zwar vor dem Kauf des Buches schon getraut etwas eigenes aufzuziehen aber dieses Buch motiviert ungemein noch weitere Ding auf die Beine zu stellen. Und somit bin ich gerade dabei mein 2. Unternehmen zu gründen.
Ich empfehle es Euch allen mal zu lesen.
Gruß
Frank
13 Harald // Apr 23, 2009 at 17:49
Hi Bastian,
Asienimporte sind ein interessantes Feld, auf dem sich auch etwas verdienen lässt.
Der Import von Textilien ist vielleicht kein optimales Beispiel, da Noname-Textilien schwer zu verkaufen sind und auch die Spanne nicht so gut ist. 50-70 Cent für ein T-Shirt klingt gut, ist aber ex works (ab Werk). Transport, Zoll, etc. müssen also noch berechnet werden. Und dann tritt man ja nicht gegen Hugo Boss-Preise an, sondern gegen (Feldbusch-)KIK, wo das T-Shirt vermutlich unter 10 Euro liegt.
Zu überlegen ist im Textilbereich eher etwas in Richtung “Customer-generated-products”. Wie du schon mal an anderer Stelle geschrieben hast, der individuelle Maßanzug unter 80 Euro (EK China).
Nicht alle Produktgruppen lohnen sich für den Import, es bleibt immer zu prüfen, ob betreffende Produkte nicht günstiger zum Beispiel in Osteuropa verfügbar sind.
Die wichtigste Grundlage ist, dass man persönlich vor Ort ist. Ohne hat es keinen Sinn.
Grüße
Harald
14 Importblog // Apr 24, 2009 at 01:19
@ Frank: Ich hab auch schon viel von Prof. Faltin gehört. Ich hab es leider nicht auf die Aufschwung geschafft. Sein Vortrag sol sehr gut gewesen sein.
Womit beschäftigst Du Dich? Was machen Deine Firmen?
@Harald: Der Import von noname-Sachen macht Sinn, wenn Du dafür einen Vertriebskanal hast. Zum Beispiel einen Shop kennst oder irgendwas in der Art. Außerdem brauchen zum Beispiel Schals oder Kaawatten keine Marke, auch nicht im Einzelhandel.
Customer-generated macht er in dem Sinne, dass er individuelle T-Shirts produzieren lässt. Allerdings erst ab ca. 100 Stück. Also nicht wirklich für eine individuelle Person. Das wäre zu komplex, weil für jede Bestellung einzeln Zoll, Steuern, Versand etc. bezahlt werden müssten.
Und zum Thema “vor Ort sein”. Ich denke, es ist wichtig jemanden vor Ort zu haben.
Die Kunst des Unternehmertums ist es, Dinge zu delegieren.
Bastian
15 Frank // Mai 12, 2009 at 12:01
Hallo Basti,
mein 1. Unternehmen importiert einen Trendartikel aus den USA, hierfür habe ich die exklusiven Verkaufsrechte für Deutschland und Österreich vom Hersteller bekommen.
Das zweite, noch im Aufbau befindliche Unternehmen wird in Richtung Lebensmittelgroßhandel gehen.
Ich hoffe das 2. Unternehmen wird noch in den nächsten 2-3 Monaten an den Start gehen.
Gruß,
Frank
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